Anti Jagd Training mit dem American Akita Rüden „Bobby“

Mitte April 2014 wollte meine Frau Petra, sich den American Akita Welpen „Benjiro“ ansehen,

dessen Frauchen Teilnehmerin in unserem American Akita Fach Forum ist war.

Als Treffpunkt sah man die Hundeschule vor.

So geschah es, daß Petra in der Hundeschule nicht nur American Akita Welpe „Benjiro“, sondern

auch den 15 Monate alten American Akita Rüden „Bobby“ kennen lernte.

Petra kam an diesem Samstag viel später nach Hause, als ich es erwartet hätte.

Sie traf in der Hundeschule viele alte Bekannte und man hatte natürlich, nachdem man sich

jahrelang nicht mehr gesehen hat, jede Menge Gesprächsstoff.

Auch mit Bobby’s Frauchen kam Petra ins Gespräch. Petra gab ihr meine Visitenkarte.
„Du mußt ihm unbedingt Helfen“ – kam Petra ganz aufgeregt nach Hause.

„Sie ist total verunsichert, wegen Bobby’s Verhalten. Sie ist nicht nur verunsichert, sie ist

verzweifelt.“

„Ich kenne sie und ihren Hund ja nicht einmal“ entgegnete ich.

„Ich hab‘ ihr Deine Karte gegeben und wenn sie sich bei Dir meldet, dann mußt Du ihr und Bobby

Helfen, weil Du das kannst. – hörst Du? – Du weißt was ansonsten, wenn sie es nicht schafft, mit

dem Hund passiert!“ ließ Petra nicht locker…
Aber ich habe in letzter Zeit, in Bezug auf Anti Jagd Training so viele Enttäuschungen erlebt, daß

es mir einfach mal reicht und ich die Schnauze voll hab.

Schließlich mache ich das in meiner Freizeit und bekomme keine Kohle dafür.

So viele, die es begonnen haben und irgendwann abgekackt sind – weil’s zu schwierig war, weil’s

harte Arbeit ist, weil man zäher und vor allem Willensstärker als der eigene Aki sein muß.

Weil sie weder die Eier, noch den Arsch in der Hose haben, durchzuhalten, auch wenn der Wind

von vorne bläst!
Was soll der Mist? Meine Akis funktionieren und die, die ihnen folgen, werden es auch tun, wenn

ich sie ausgebildet habe.
Auf der anderen Seite –

Ja – natürlich weiß ich WAS mit dem Hund passiert, wenn American Akita Halter insbesondere

Rüdenhalter, es nicht schaffen sich bis zum Eintritt der Pubertät als „Superleittier“ bei ihrem

Akita in Erinnerung zu bringen.

Meine Akita – Vermittlungsgeschichten sprechen hier für sich selbst.

Bobby würde genau in dieses Schema passen.

Unerzogen, bekam niemals Grenzen aufgezeigt, hat einen Sozialen Status inne, der ihm nicht

zusteht, ist 15 Monate jung, pubertiert und zeigt – wie könne es anders sein, nach einer derartig

zaghaften ersten anamnestischen Einschätzung, natürlich partiell problematisches Sozialverhalten.
„Mal sehen“ sagte ich, „Sie hat ja meine Karte, dann kann sie sich ja in unserem American Akita

Fach Forum anmelden“.
Einige Tage später klingelte Abends das Telefon.

Wir waren gerade nicht zu Hause, aber Bobby’s Frauchen hinterließ eine Nachricht auf der T-Net-

Box.
Es war bei unserer Rückkehr zwar schon etwas spät, aber Petra, der die Sache wirklich wichtig zu

sein schien, drängte mich zu einem Rückruf – und zwar bitteschön gleich.
Bei unserem ersten Gespräch, bekam ich dann mitgeteilt, daß „Bobby“ bei einem Familienfest,

von einem Mann vom Tisch gefüttert wurde, dieser Mann anschließend „Bobby“ über den Kopf

streicheln wollte und „Bobby“ nach der Hand des Mannes geschnappt hatte.

Bobby’s Frauchen war total verunsichert und auch die Frage, nach einer Hirnorganischen

Erkrankung stand im Raum.

Eben die Frage, ob der eigene Hund was an der „Klatsche hat“.
Aufgrund einer Erkrankung konnte Bobby’s Besitzerin das erste Lebenshalbjahr mit Bobby’s

nicht selbst Arbeiten. Bobby’s „Erziehung“ übernahmen dann Familienangehörige.
Von Petra bekam ich mitgeteilt, daß eine der Trainerinnen auf dem Hundeplatz, Petra vorgewarnt

hatte, daß „Bobby“ nicht „Sauber“ wäre, da Bobby nach der Trainerin schnappte, als diese ihm

ein Brustgeschirr anlegen wollte.
Allerdings frage ich mich hier – weshalb sollte sich ein American Akita interventionslos von einem

Fremden sein Geschirr anlegen lassen….?
Besagte Trainerin kennt meinen Nanuk von Welpenbeinen an. Sie wäre niemals auf die

bescheuerte Idee gekommen Nanuk sein Geschirr anziehen zu wollen…
Allerdings ließ sich „Bobby“ von Petra anfassen, ohne zuvor geschilderte Verhaltensweisen zu

zeigen.
Wir kommen später noch zu meinem Kommentar, diesbezüglich.
Zum Ende des Telefongespräches mit Bobby’s Frauchen, vereinbarten wir einen Termin, damit

ich „Bobby“ einmal kennen Lernen kann.
Als ich „Bobby“ dann das erste Mal sah, verhielt er sich vollkommen unauffällig.
Ein American Akita Rüde, gezogen in einer „Hobbyzucht“, wie mir berichtet wurde, gut 70cm

Schulterhöhe, Farbe – weiß, (ich weiß, daß in genetischer Hinsicht „Weiß“ keine Farbe, sondern

die vollkommene Abwesenheit von Farbpigmenten ist – dies nur am Rande angemerkt, um

Klugscheißern vorzubeugen) – seine phänotypische Ausstattung läßt einen Mix aus American und

japanischem Akita erkennen, gut 40kg schwer, der Fachmann sieht deutlich, daß der Junghund

noch im Aufbau ist.
„Bobby“ zog seine Besitzerin erstmal hierhin und dann gleich dorthin…. – ich intervenierte und

zeigte „Bobby’s“ Besitzerin anhand der direkten Arbeit mit dem Hund, Alternativen, das

herumgezerre abzustellen.

„Bobby“ verstand auch gleich, was ich von ihm verlangte, war nach kurzer Zeit Aufmerksam mir

gegenüber und Kooperationsbereit.
Während dieses ersten Spazierganges, der dem Kennenlernen „Bobby’s“ und seiner Besitzerin

diente, erfuhr ich, daß „Bobby’s“ Frauchen, mit ihm bei einem namhaften Hundetrainer nähe

Kaiserslautern war und daß dieser den American Akita Jungrüden gewaltsam ins „Sitz“ zu

bringen versuchte.

„Bobby“ wehrte sich dann, berechtigt – durch ein Schnappen zu diesem „Trainer“ hin und durch

das Beziehen eindeutiger Stellung.
Darauf hin bekam „Bobby’s“ Besitzerin den Rat, dem Hund einen Maulkorb zu verpassen, da

dies ja ein Kampfhund sei und der „Trainer“ würde den aufsässigen Hund, mit Maulkorb

wohlgemerkt dann mal „Über den Platz Treiben!“

Mein Rat an Sie ist: halten Sie sich von solchen Zeitgenossen fern, die keine Kenntnis von

American Akita rassetypischen Verhaltensweisen besitzen und mit tumber Gewalt versuchen

wollen bei einem American Akita Lernergebnisse und/oder Verhaltensmodifikationen

herbeiführen zu wollen!

Ich selbst Arbeitete während dieses Spazierganges etwas mit dem heranwachsenden Rüden, um

mir ein Bild von ihm machen zu können.

Während der Arbeit mit mir, legte der Junghund nach und nach seine Rasse bedingte

Zurückhaltung und seinen Argwohn gegenüber Fremden Personen ab und zeigte sich sehr

Kooperationsbereit.

Auch meine Leckerchen, zur Verstärkung erwünschten Verhaltens fand er nach und nach richtig

gut.
Während unseres Kennenlernspaziergangs erklärte ich Bobby’s Frauchen dann Basics. Gab ihr

einen ersten Überblick, Bobby „Lesen“ zu Lernen und arbeitete an Akitaverständlicher

Kommunikation.
In jedem Fall zeigte sich hier, daß Bobby weder unangemessen Aggressiv ist, noch daß er urteilte

mir Bobbys unter einer Hirnorganischen Erkrankung leidet.
Zum Ende unseres Spazierganges drückte sich Bobby ganz fest mit seinem Körper an mich.
Zu Hause angekommen teilte mir Bobby’s Frauchen mit, daß sie unglaublich froh sei, einen

Akitakenner gefunden zu haben und sie wolle unbedingt mit mir AJT machen.
Ich selbst war noch nicht so ganz „durch“ mit dem Thema.

Ich dachte während unseres Gesprächs angestrengt nach:

Zum Einen muß ich mir in meiner Freizeit Freiräume schaffen.

Zum Anderen möchte ich daß endlich mal wieder einer die Ausbildung mit Erfolg beendet.

Bobby’s Frauchen war bei unserem Kennenlernen sehr reflexionsfähig und bemühte sich wirklich

meine Ratschläge in die Tat umzusetzen.

Das ist unsere Chance!

Zumindest eine davon.
Dann erinnerte ich mich, wie mir Bobby sein Vertrauen bewies, indem er sich derart eng an mich

schmiegte.

Es war wie die Frage:

„Hilfst Du mir ein freilaufender Akita zu werden?“

Bobby
Also sagte ich meine Hilfe zu.

Inzwischen haben wir schon zwei weitere Termine mit Hund und eine Theorie Stunde absolviert.

Ich werde an dieser Stelle, zu gegebener Zeit berichten.

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