Die Sozial Kognitive Lerntheorie

…… und was sich im Titel so „furchtbar“ liest ist nichts anderes, als:

 

Das Lernen am Modell

Der Grund, weshalb ich dieses Erlebnis überhaupt aufschrieb, ist eine Diskussion in dem von mir ehemals herausgegebenen American Akita Fach Forum, daß wir über den rechten Zeitpunkt, Rasse, Geschlecht etc. der Aufnahme eines Zweithundes Diskutierten.

Im Zuge dieser Diskussion erörterte ich unter anderem, in Ausbildungstechnischer, sowie Entwicklungsstand – bezogener Hinsicht, die Macht und den Stellenwert des Modell – Lernens. 

Ich weiß nicht mehr genau das Datum, aber ich weiß, daß es zu einem Zeitpunkt war, als ich mit Snowe den Freigang trainierte.


Es war auf einem geteerten Wanderweg, welchen wir beschritten.

Nanuk und Snowe liefen gut 40m vor mir her, als unvermittelt und auch von mir erst jetzt wahrgenommen ein PKW aus einer unübersichtlichen Ecke heraus auftauchte und in Richtung der Hunde fuhr.

Der Fahrer des PKW hatte schon eine angemessene Geschwindigkeit den Hunden gegenüber.

30 – 40m in einer solchen Situation – Akita lassen sich in der Regel hier nicht heranrufen, da sie zum einen keinen Sinn darin sehen, einen einmal zurückgelegten Weg ein weiteres Mal Laufen zu sollen und weil das Auftauchen eines Autos den Schutz – und Wachinstinkt nähert und somit auch das rassetypische Mißtrauen. Außerdem liegt „Weichen“ (eine Begrifflichkeit aus dem „Schutzhundesport“ – nicht im Instinktrepertoire eines sicher geprägten und wohlsozialisierten Akita.

Also mit Zurückrufen war da nichts mehr….

Nanuk war es von Welpenbeinen an gewohnt, daß Jogger, Radfahrer, Nordic Walker, Autos an ihm vorbeifuhren. Nahm er diese rechtzeitig wahr, ignorierte er diese völlig.

Aber die Kleine, die kannte das nun mal nicht. Und ich nahm sie immer rechtzeitig ans Geschirr, wenn ein Auto sich näherte. Aber dieses war einfach plötzlich da!

Snowe war zu diesem Zeitpunkt noch sehr hibbelig und ich befürchtete, daß sie einfach in das wohl langsam fahrende Auto hineinlaufen könnte.

Ich hatte keine Chance, Snowe sicher verwahren zu können.

Keine Chance – und diese nutzte ich.

Ich weiß noch, daß mir ganz heiß wurde unter meiner Kappe.

Ich rief Nanuk zu „Nanuk – STEH !“ und unterstrich die Verbalisierung mit in horizontaler Richtung ausgestrecktem Arm und der vertikalen Darbietung meiner offenen Handfläche.

Nanuk stand augenblicklich wie in Stein gemeißelt.

Die Kleine aber, tänzelte wie erwartet auf dem Teerweg heum.

Der Autofahrer verzögerte zusehends und nun drehte sich Snowe zu Nanuk um, sah ihn an und erkannte, daß er regungslos am Wegrand steht.

Dann stellte sie ihre Aktivitäten ein, lief Rückwärts zu Nanuk hin und stellte sich ebenso ruhig und verhaltend neben ihn, um dort zu Warten, bis das Auto beide passiert hatte, um nach der Aufhebungsanweisung mit zugehörigem Lob, mit Nanuk weiterzulaufen.

Snowe kannte zu diesem Zeitpunkt die Anweisung „Steh“ nicht. Sie wußte nicht, wie sie auszuführen ist.

DAS ist Lernen am Modell in seiner Reinform.

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Die Behavioristin Jean Donaldson schreibt, daß das Lernen duch Beobachten bei Hunden erst noch nachgewiesen werden müsse.

Ähnliches ist auch bei Fr. Feltmann v. Schröter zu Lesen.

Nun – ich empfehle der einen, sich doch Bitte aus ihrem sterilen Labor zu bewegen und sich der Technik des Observierens zu bedienen und der anderen ihre Beobachtungsmethoden auf Fehler zu überprüfen….

J.M. Stabbert & O. Anne E. Rasa belegten in einer Themenbezogenen Studie 1997, daß Hunde mit der Methodik des Lernens am Modell 15 mal schneller in der Lage sind zu Lernen, als mit jeglichen sonstigen heute bekannten Lerntheorien. Dies bezieht sowohl die Klassische Konditionierung, – als auch die Operante Konditionierung mit ein!

Dies gilt unabhängig davon, ob man zur Verstärkung Leckerlis reicht, oder nicht.

Fazit:

Der Lernvorgang besteht einzig und alleine im Beobachten und nicht im Tun!

 

 

 

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