Rasanter Wechsel von Funktionskreisen

Hallo liebe Leser meiner American Akita FachSeite,

Um Ihnen auf zu zeigen, wie rasant schnell aus einem, an Interaktionen mit seiner Umwelt, scheinbar desinteressierten und teilnahmslosen American Akita, ein äußerst wachsamer und beschützender Hund wird, erzähle ich Ihnen hier einmal eine kleine Geschichte vom September 2011:

Ich hatte das Auto im Schatten zwischen einem zur rechten angrenzenden Waldstück und zu meiner linken angenzenden Wiese geparkt.
Nach unserer Runde gab’s dann eine Runde Futtersuche, für meine Akis, auf der Wiese. Ich werfe dann kleingeschnittene Wurst und/oder Fleischstücke in die Wiese und meine Hunde bekommen die Anweisung „Akis Such“.
Ich selbst saß auf der Ladekante des Space Wagon und beobachtete meine Hunde, sowie die angrenzende Umgebung.

Das Waldstück ragt noch etwa 30 Meter schräg weiter nach vorne und verdeckte mir so die Sicht auf den Verlauf, des sich an Wald, Wiese und Felder vorbeischlängelnden Forstweges. Plötzlich tauchte er hinter den Ausläufer des Waldes auf. Er erschien, wie aus dem Boden gestampft. Schnellen Schrittes näherte er sich, Gruß und Kommentarlos und mit beim Laufen nach links und rechts schwenkenden Armen.

Ein Wanderer.

Er war in etwa 20 Meter von Nanuk entfernt und würde dem Verlauf des Forstweges folgend die Distanz zu Nanuk auf etwa 12 Meter verkürzen um ihn zu passieren.

Ich selbst hatte etwa 10 Meter zu Nanuk, der den Wanderer noch nicht bemerkt hatte, da Nanuk sich voll auf die Futtersuche konzentrierte.

Um Nanuk nicht in Alarmbereitschaft zu versetzen näherte ich mich ihm, wollte ihn kommentarlos am Geschirr halten.
Aber Nanuk bemerkte den Wanderer, noch bevor ich bei ihm war und ihn greifen konnte.

Nanuk ließ von der Futtersuche ab und mit einem tiefen wütenden Grollen schoß er vorwärts in Richtung des sich mit den Armen fuchtelnd, schnellen Schrittes nähernden Wanderer.

Es ging alles rasend schnell.

Zu wenig Raum und zu wenig Zeit.
Gute 5 Meter trennten den heranrasenden Nanuk vom  Wanderer.

„NEIN“ – Nanuk stand augenblicklich.

Ein tiefes wütendes „Booaarr“ entwich seiner Kehle.

Nanuk stand wie ein Fels.

Der Wanderer mit kreidebleichem Gesicht ebenfalls.

„Nanuk iss guuuut“ sagte ich in weichem besänftigen Tonfall und ich konnte deutlich erkennen, wie die Körperspannung von ihm abfiel.

„Das war knapp“ sagte der Wanderer.
„Jo, sie haben die Hunde doch gesehen. Weshalb Sprechen Sie mich denn nicht an?
Vielleicht wären sie gut beraten, künftig langsamen Schrittes und mit für Hunde weniger bedrohlicher Gestik sich Hunden zu nähern!“
„Sonst stirbste irgendwann nochmal aus Versehen“ denke ich mir.
Dann geht der Mann deutlich gemesseneren Schrittes aber sich jeglichen weiteren Kommentars enthaltend weiter.

Zur Verhaltensbiologischen Erklärung:

für den geneigten Leser…..

Hier kamen, aus Sicht des American Akita, mehrere Faktoren zusammen:

  • Ressourcen Verteidigung (Futter, Revier,)
  • Wach – und Schutztrieb bei evtl. Übergriff auf Mitglieder des Sozialverbandes
  • Und nicht zuletzt die hemmungslose Unterschreitung von Individualdistanz

Im Moment noch friedlich und voll konzentriert bei der Futtersuche – im nächsten Moment wie wenn man einen Torpedo zündet, seiner Instinktiv – sowie seiner Rassetypischen Bestimmung gehorchend in den Schutz und Wachtrieb verfallend.
Ausgelöst durch das plötzliche kommentarlose auftauchen, das sich schnellen Schrittes Nähern in Verbindung mit dem Schwenken der Arme, des Wanderers.

Nanuk hätte den Mann wohl nicht wirklich angegriffen.
Nanuk respektiert Fremde in keiner Weise.
Er hätte ihn gestellt und dann aufgrund seiner Reaktionen entschieden wie weiter mit ihm zu verfahren ist.

Wenn… –
ja wenn ich ihn nicht daran gehindert hätte.Situationsentscheidend war hier, daß meine Position als Entscheidungsträger absolut gefestigt ist,
Nanuk weiß, daß wenn ich mich einschalte, er keine Verantwortung tragen muß und meine Entscheidungen akzeptiert.

Alles entscheidend war hier, die Beziehung, in welcher meine Hunde zu mir stehen und der sicher auftrainierte Verhaltensabbruch!

Nun – ein gutes Lehrstück für Interessenten am American Akita, sowie Menschen, welche über nur wenig Erfahrung betzüglich meiner Hunderasse verfügen.

Die Moral von der Geschicht‘:

Lasse aus den Augen, Deinen Aki nicht! 

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