Die Anschaffung eines Hundes sollte IMMER gut überlegt sein. Aber die Anschaffung eines American Akita sollte doppelt und dreifach so gut überlegt sein!

Ein American Akita ist kein 08/15-Hund und als American Akita-Interessent bzw. als American Akita-Neuling ist es daher unabdingbar, sich ausreichend über diese Rasse zu informieren! Denn aus dem niedlichen kleinen Welpen wird innerhalb weniger Monate ein großer, kräftiger und selbstbewusster Hund.
Im Netz findet man zuhauf Rassebeschreibungen und immer wieder die selben gestellten Fragen über diese Hunde. Aber reicht es aus, nur Fragen über diese Rasse zu stellen? Sollte man sich als zukünftiger Halter nicht auch selber fragen, ob man für einen American Akita überhaupt geeignet ist? Immerhin muss nicht nur der Hund zum Menschen passen, sondern auch der Mensch zum Hund!

  • • Ist man der Aufgabe und der Verantwortung gegenüber eines American Akitas gewachsen?• • Bringt man gewisse Grundvorraussetzungen für ein Leben mit dieser Rasse mit?
    • Ist man körperlich in der Lage, einen ausgewachsenen American Akita zu halten – egal, in was für einer Situation?
    • • Ist man gewillt, sich vorher zeitintensiv mit dieser Rasse auseinander zu setzen und sich genügend Kenntnisse anzueignen?
    • Ist man wirklich bereit, die nächsten 10-15 Jahre jeden Tag bei Wind und Wetter mindestens 3x mit seinem American Akita spazieren zu gehen?
    • • Wie ist die momentane Lebenssituation und passt da wirklich ein American Akita rein?
    • Wie sieht die Zukunftsplanung aus? Passt ein American Akita auch in 5, 6, 7+ Jahren noch in das eigene Leben?
    • • Kann man und ist man bereit 10-15 Jahre oder mehr auch finanziell für seinen American Akita aufzukommen, auch wenn vielleicht teure Operationen anstehen?
    • Kann man mit Schmutz und Haaren in seinem Haushalt leben? Denn einen American Akita sollte man NICHT in die Außenhaltung verbannen. Das ist für die Bindung zu seinen Menschen und den damit einhergehenden Gehorsam des American Akitas nicht förderlich!Die Basis für ein harmonisches Zusammenleben mit einem American Akita ist die frühzeitige und konsequente Erziehung sowie eine umfassende Sozialisation. Daher sollte man gerade zu Beginn genügend Zeit für die Erziehung aufbringen können.
    American Akitas sind sehr clevere Hunde. Dennoch ist es nicht unbedingt einfach, sie zu erziehen oder ihnen Sachen beizubringen, denn sie sind nicht nur unsagbar intelligent, sondern auch sehr eigenwillig und selbstbestimmend in ihrem Wesen. Von daher ist es wichtig, dass man nicht nur Zeit, sondern auch sehr viel Geduld in die Erziehung steckt. Mit Schreien oder gar Gewalt, weil der Hund nicht macht, was man von ihm erwartet, kommt man bei einem American Akita nicht weiter! Es kann sogar soweit führen, dass der American Akita das Vertrauen verliert, es als Schwäche und Kontrollverlust ansieht und versucht, die Führung in der Familie zu übernehmen.
    Um dem zuvor zu kommen, ist eine konsequente aber liebevolle und geduldige Erziehung unabdingbar, um sich den Respekt seines American Akitas zu verdienen und als Führungsperson von ihm akzeptiert zu werden. Dieses Mittelmaß zu finden ist nicht immer einfach. Darum ist die beste Voraussetzung bei der Anschaffung eines American Akitas, dass man bereits Hundeerfahrung besitzt.Man sollte sich als American Akita-Interessent bzw. als American Akita-Neuling ebenso bewusst sein, dass, egal wie gut man seinen American Akita am Anfang erzieht, die Pubertät vieles wieder umwerfen kann. Auch in dieser Entwicklungsphase sind wieder viel Zeit und Geduld seitens des Besitzers gefragt. Aber auch viel Verständnis und Sachverstand.
    Ein American Akita – und sicherlich ein Rüde – ist z.B. nicht unbedingt auf Hundefreundschaften aus. Und sicherlich wird er sich niemals einem anderen Hund gegenüber unterwerfen. Was als Welpe noch gut funktionierte, wird nach Einsetzen der Pubertät anders aussehen. Wer also z.B. darauf aus ist, viel mit seinem Hund auf Hundewiesen spielen zu gehen und seinem Hund beim Herumtoben mit anderen Hunden zuzusehen, ist mit einem American Akita schlecht beraten. Als American Akita-Besitzer steht man also die meiste Zeit alleine im Abseits.Wichtig ist es auch, sich im Hinterkopf zu behalten, dass man einen American Akita nicht wie einen Chihuahua überall mit hinnehmen kann. Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass der Akita nicht gesellschaftsfähig ist. Mit guter Erziehung und Sozialisierung kann man auch einen American Akita überall mit hinnehmen, wo Hunde eben erlaubt sind. Aber es gibt hier und da auch mal Situationen, wo dies nicht möglich ist oder es für den Hund an sich besser wäre, wenn man ihm so etwas nicht zumutet (z.B. Kirmes oder Markttreiben).
    Ebenso kann man ihn auch nicht überall „zwischenparken“. Der American Akita ist ein Einzelgänger, dem seine Familie Gesellschaft genug ist. Für andere Menschen interessiert er sich kaum und hält nicht viel von ihnen. Daher sollte man sich vor der Anschaffung schon überlegen, ob es jemanden im Bekannten- oder Familienkreis gibt, wo man seinen American Akita im Notfall unterbringen könnte und dies auch schon von klein auf an mit ihm üben und trainieren, damit er sich an die Umgebung und die Menschen gewöhnt.Wer also die nötigen Anforderungen für ein Leben mit einem American Akita mit sich bringt und sich auf diese besondere und wundervolle Rasse einlassen will, ihren Stolz, ihre Würde und ihre Unabhängigkeit schätzt, wird mit einem American Akita einen unsagbar treuen und unerschütterlichen Partner an seiner Seite bekommen.

Liebe Grüße,

Jaqueline Bugdahn

Moderatorin – DAS American Akita Fach Forum

Redakteurin – DAS American Akita Kompetenz Zentrum